Nachlese zur BioFach

Die BioFach 2009 hat in diesem Jahr auch sich selbst gefeiert. Vom Treffpunkt für die Pioniere der Bio-Bewegung wurde sie in 20 Jahren zur Weltleitmesse der Branche!

Von der Müsli-Messe in die Welt
Hagen Sunder, Hubert Rottner, und Jürgen Ries hatten in den 80er Jahren die Idee für eine Messe, auf der Bio-Produzenten und Händlerinnen einen Marktplatz finden. Bevor 1990 die „1. Europäische Fachmesse für Naturkost und Naturwaren" in der Stadthalle in Ludwigshafen begann, hatten sie in Frankfurt 1984 und 1985 so genannte Müsli-Messen veranstaltet und sich mit Umweltausstellungen öffentlich betätigt.
Das Wachstum der Messe war rasant, in den ersten Jahren zogen die Veranstalter von einer die nächst gröere Halle, 1995 nach Frankfurt und 1999 nach Nürnberg. 2000 verkauften die Veranstalter, die für die Messe inzwischen 12 Menschen beschäftigten, die BioFach an einen gröeren Veranstalter, die NürnbergMesse. „Vor allem die internationale Beteiligung hielt uns in Atem“, schreibt Hagen Sunder in einem Beitrag für das Eve-Magazin. Das Ziel des Weltdachverbandes der ökologischen Landbauverbände, die Messe auch international zu veranstalten, gab letztlich den Ausschlag. „Wir erkannten, dass dieses Ansinnen unsere personellen, aber auch finanziellen Möglichkeiten sprengen würde.“

Bio mitten in der Wirtschaft
Heute bilanziert die BioFach 2009: 46.771 Fachbesucher 38 % internationale Gäste, die Facheinkäufer kamen aus 129 Ländern: nach Deutschland vor allem aus Österreich, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Dänemark. 2.744 Aussteller zeigten ihre Produkte, zwei Drittel davon international. Wie immer stark vertreten war Deutschland mit 941 Ausstellern, gefolgt von Italien (394), Spanien (205), Frankreich (181) und Österreich (104).
Die Entwicklung der BioFach spiegelt sehr deutlich die Dynaik und Entwicklung der Branche. Anlässlich der Podiumsrunde zum Jubiläum auf der BioFach diskutierten neben Hagen Sunder weitere Pioniere der Öko-Bewegung. Sie alle sind klein angefangen und bewegen inzwischen groe Unternehmen. Bio ist mitten in der Gesellschaft und mitten in der Wirtschaft angekommen.

Vom Wert der Arbeit und des Handwerks
Für uns bei cibaria ist der jährliche Besuch der BioFach Pflicht. Hier informieren wir uns über Neuheiten, hier treffen wir Kollegen und Kollegen und diskutieren Entwicklungen – hier stellen wir aber auch fest, dass wir mit unserer Unternehmensphilosophie längst zur Minderheit der Öko-Produzenten gehören. Eine andere Wirtschaftsweise, ethisch geprägte Unternehmenswerte, Respekt im Umgang mit Geschäftspartnern und Beschäftigten. All das gehört für uns dazu, wenn wir gute und gesunde Produkte aus ökologisch angebauten Rohstoffen anbieten.
Uns bei cibaria geht es immer auch um die Bedingungen der Produktion. In einer Backstube sind das die Menschen, die mit ihren  Händen arbeiten. Im Gespräch mit unseren Lieferanten sind das Bauern, die vom Ertrag ihres Bodens leben. Im Handel sind das unsere Wiederverkäufer, die von der Marge leben können müssen. Anders zu wirtschaften heit auch, die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick zu nehmen.
Denkpartner und Aktionspartnerinnen dafür finden wir u.a. im Verein Bestes Bio – Fair für alle.