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Heuschrecke Naturkost, Troisdorf

In der Bahn roch es gestern nach Pfeffer. Ursula Stübner hatte den Duft mitgebracht, bei der Heuschrecke wurde Pfeffer gemahlen. Manchmal riecht es in der Bahn nach Zitrone oder nach Rosen. Wer von der Heuschrecke Post bekommt, riecht zuerst daran. Die Heuschrecke Naturkost GmbH ist Deutschlands Spezialist für Gewürze, Kräuter, Salze und Tees im Biosegment.

In den vergangenen 30 Jahren sind nicht nur das Sortiment, sondern auch das Unternehmen selbst stetig gewachsen. Heute arbeiten 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Büro, Produktion und Versand auf ca. 1800 Quadratmetern Hallenfläche in Troisdorf nahe Köln.

1977: „Gründung als Naturkostgroßhandel“ steht auf der Heuschrecke-Website, und Ursula Stübner, seit 1988 bei der Heuschrecke, versucht zu erklären, was Unternehmensgründer Heinz-Dieter Gasper damals bewegte: „Einen Großhandel zu gründen, war nicht das primäre Ziel. Es ging darum, anders zu wirtschaften, sozialverträglich, politisch verantworungsbewusst, und ökologisch und im Einklang mit der Natur zu leben und zu arbeiten. Und das war zunächst ein Bioladen, der gleichzeitig als Kommunikationstreff diente.“ Die Wurzeln der Heuschrecke liegen in Köln, in dem 1977 von Heinz-Dieter Gasper gegründeten Bioladen „Was die Bäume sagen“. Weil es keine Einkaufsstrukturen für die steigende Zahl der Bioläden gab, begann der Ladengründer Gasper diese zu organisieren. Der Volkswirt konzentrierte sich ab 1979 ganz auf Import, Herstellung und Großhandel und zwar mit der Spezialisierung auf Tees, Kräuter und Wein.

2002 trennte sich das Unternehmen vom Segment Wein und verstärkte in der Folge die Produktentwicklung und Profilierung bei den Gewürzen, Tees und Kräutern. „Das war unternehmerisch gesehen eine schwierige Phase“, sagt Ursula Stübner, die seit 2002 in der Geschäftsleitung ist, im Rückblick. „Aber durch die Trennung von einem Geschäftsbereich konnte das Know-how an anderer Stelle stärker hervortreten.“ Die Heuschrecke baute die Entwicklung thematischer Teemischungen aus, stellte in größerem Umfang Gewürzmischungen für Produktions-Unternehmen im Bio-Bereich her und baute die Salzlinie aus.

Fair zu wirtschaften, das ist bis heute Teil der Heuschrecke-Philosophie. Dazu gehört auch eine konsequente Einkaufspolitik. So weit möglich kauft das Unternehmen regional ein, exotische Gewürze und Tees stammen kleinbäuerlichen Bio-Betrieben (Reiseberichte dazu gibt es auf der Website). So unterstützt die Heuschrecke u.a. die Kräuter-Wildsammlung in Kroatien  „Terra magnifica“ und ist Mitbegründer der 2007 ins Leben gerufenen internationalen Initiative „Trust Organic Small Farmers“. Als Reaktion auf die klassischen Zertifizierungen im fairen Handel, die die Spezialisten unter den kleinbäuerlichen Produzenten kostenmäßig überfordern, so Ursula Stübner, steht hier die Kommunikation im Vordergrund. Ein bis zwei Mal jährlich treffen sich die Mitglieder, „um das weitere Vorgehen zu diskutieren: Informationsportale wie die website zu schaffen, um Endverbraucher über die Bedingungen der kleinbäuerlichen Projekte zu informieren, aber auch die Vernetzung untereinander zu pflegen und den Handel zu fördern.

„Gesundes Wachstum ja, aber nicht Gewinnmaximierung um jeden Preis“, sagt Ursula Stübner über die Perspektiven des Unternehmens. „Ein bisschen größer kann das Unternehmen noch werden, Spezialisten brauchen eine gewisse Größe. Wir wollen noch viele gute neue Ideen verwirklichen, aber wir werden nicht auf Masse gehen.“

(Ein Porträt über den Heuschrecke-Gründer Heinz-Dieter Gasper finden Sie in dem 2008 erschienenen Buch „Die Müsli Macher“ aus dem oekom-Verlag, das Pioniere und Pionierinnen der Naturkostbewegung vorstellt)

www.heuschrecke.com