
"... die sind einfach schneller als der Kleber"
René Krös ist
Konditor, bei cibaria arbeitet er in der Backstube und entdeckt, dass das Handwerk der Bäcker und Bäckerinnen filigraner ist als gedacht.
Du bist gelernter Konditor und arbeitest jetzt bei cibaria als Bäcker. Warum?
Ich hatte mich hier auf eine Stelle als Konditor beworben, als die ausgeschrieben war. Weil ich mir den Arm gebrochen hatte, habe ich das dann aber nicht weiterverfolgt. Irgendwann rief mich die Bäckerei an, um zu fragen, was denn mit meiner Bewerbung sei.
Hat dich das überrascht?
Ja, schon. Ich kannte den Betrieb vorher ja nicht und war einfach davon ausgegangen, dass die freie Stelle inzwischen besetzt war. Dass Rike Kappler mich dann doch kennenlernen wollte, weil sie den Eindruck hatte, dass ich gut ins Team passen könne, hat mich gefreut. Allerdings hat sie mir eine Stelle als Bäcker angeboten.
Warum hast du dennoch zugesagt?
Weil ich schon lange als Konditor gearbeitet habe. Und weil ich die Stelle einfach haben wollte. Ich wollte keinen Misserfolg. Obwohl ich anfangs dachte, dass ich das gar nicht kann.
Weiß man denn, wie Brot geht, wenn man Kuchen kann?
Na ja, in meinem letzten Betrieb habe ich schon Seite an Seite mit den Bäckern gearbeitet und dachte mir: So schwer ist das vielleicht nicht.
War es aber doch?
Der Teig, mit dem man arbeitet, ist von der Konsistenz her ganz anders. Ich hatte die Hände anfangs voller Teig. Die Kolleginnen und Kollegen fanden das lustig. Entweder hatte ich zu viel Mehl oder zu wenig. Oder ich war einfach zu langsam. Wenn man den anderen zuschaut, wie sie mit den Händen in den Teig knallen und ihn beidhändig rund machen ... die sind einfach schneller als der Kleber. Ich bin noch immer nicht perfekt, aber nah dran.
Vermisst du die Konditorei?
Früher habe ich gedacht, dass in der Konditorei handwerklich viel exakter und schöner gearbeitet wird, dass in der Bäckerei eher grob gearbeitet wird. Das sehe ich jetzt wirklich anders, das Brot machste ja auch schick. Mir gefällt die Arbeit inzwischen sehr und freue mich darauf, das weiterzuentwickeln. Aber ich weiß nicht, ob ich mich in einem anderen Betrieb darauf eingelassen hätte.
Warum nicht?
cibaria ist noch mal anders. Das Ambiente, die Atmosphäre sind hier sehr angenehm. Es wird sehr darauf geachtet, dass das Team funktioniert, dass man dazu passt. Man wird ausgewählt, um hier zu arbeiten. Und gleichzeitig muss man sich nicht durchboxen. Man sollte wissen, was man kann und das einbringen, aber man muss nicht dominieren.
Welche Rolle spielt es, dass hier viele Frauen in der Produktion mitarbeiten?
Ich finde das nicht ungewöhnlich, auch in meinem Ausbildungsbetrieb habe ich viel mit Frauen gearbeitet. Bei cibaria verändert sich die Besetzung ja auch, inzwischen sind wir mit dem neuen Auszubildenden sechs Männer. Ich glaube, das Unternehmen hat immer noch ein sehr weibliches Image. Vielleicht fühlen sich die Männer hier auch ein bisschen so, als wären sie zu Gast. Für mich spielt das keine Rolle, ich fühle mich gut hier. Ich kannte cibaria ja vorher nicht und habe dann auf der Website gesehen: Hier können sich Frauen wohlfühlen und hier arbeiten einige Männer. Das kennste noch von früher, das könnte es sein.
Bleibt neben deinem Arbeitsrhythmus noch Zeit für Hobbies?
Nicht wirklich, zumindest nicht für Aktivitäten, die den Körper beanspruchen. Denn die Arbeit ist körperlich schon anstrengend, da muss ich in meiner Freizeit keinen Sport mehr machen.
Welches Brot ist dein Lieblingsbrot?
Ich habe noch nicht alle durchprobiert. Gut ist das Schweizer.
Und was kommt drauf?
Marmelade.
Und der Konditor darf noch einen Kuchen empfehlen.
Käsekuchen, der ist schön saftig. Der schmeckt auch nachts.
