Nichts zu verbergen – Auf Entdeckungstour mit Benjamin Grefer

26. Juni 2020  Susanne S.



Wenn Benjamin Grefer nicht bei uns auf der Baustelle ist, ist unsere Baustelle bei ihm. Beim Aufwachen, auf dem Weg zur Arbeit – derzeit hat er dauernd cibaria im Kopf, sagt er. Der Installateur- und Heizungsbaumeister der Firma Plancad leitet und koordiniert alles, was unsere Technische Gebäudeausrüstung betrifft. Jetzt, Ende Juni, hat er das Ziel vor Augen – und wir das Ergebnis seiner Arbeit. Denn das Bäckerhandwerk ist nicht das einzige, das cibaria am Mittelhafen sichtbar werden lässt. Neben einer gläsernen Backstube warten im Gebäude weitere Entdeckungen.  

Herr Grefer, wie ist der Stand der Dinge?

Es ist aufregend. Alles, was vorher mit dem Bleistift in der Hand geplant war, muss sich jetzt bewähren. Derzeit lege ich mit cibarias Bäckermeisterinnen Martina Kühlkamp und Ute Kaulitz die letzten Anpassungen an die Arbeitsabläufe in der Backstube fest: Wo brauchen wir zusätzlich Wasser, welche Ablage muss noch einige Zentimeter versetzt werden? 

Was ist für Sie das Besondere dieses Bauprojekts?

Wir verbauen hier sehr viel auf einmal und das sehr anspruchsvoll. Bereits am alten Standort hatte cibaria eine Anlage zur Wärmerückgewinnung; Rike Kappler war damals eine Vorreiterin beim Einsatz dieser Technik. Am Hafen setzen wir jetzt einen neuen umweltfreundlichen Standard, um die gesamte Gebäudetechnik als energieeffizientes Zusammenspiel zu gestalten. Dafür übertragen wir die Abwärme der Backöfen auf Wasser, das in großen Puffertanks gespeichert wird. Diese Tanks fassen 12.000 Liter, das ist enorm viel. Weitere Energie wird aus der Kälteanlage gewonnen. Geht der Plan auf, können wir mit diesen beiden Quellen das komplette Gebäude beheizen.

Gibt es weitere Innovationen?

Und ob. Sämtliche Rohre, Kabel, Kabelschienen und Stahlträger werden sichtbar bleiben. Nicht nur in der Produktionshalle, sondern auch in den beiden Büroetagen. Normalerweise zieht man eine Zwischendecke ein, um alles zu verkleiden. Das ist für uns Installateure manchmal wirklich frustrierend: Da bemühen wir uns, alles gerade und sauber zu bauen, und dann verschwindet es hinter einer Abdeckung. Nicht bei cibaria: In jedem Büro, im Ladenlokal, in den Fluren, in den Waschräumen – überall sieht man die gesamte Gebäudetechnik unter der rohen Betondecke. Ich gebe zu, dass ich genau deshalb gerne an vielen Stellen lieber selbst gebaut hätte anstatt zu leiten. Man muss sich das mal vorstellen: Auch für die Menschen, die am Hafen spazieren gehen und in die Backstube schauen, bleibt auf diese Weise unsere Arbeit dauerhaft sichtbar. Das ist ein tolles Gefühl!

 

Interview: Susanne Sparmann

Foto: Ralf Emmerich

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Über diesen Blog

Die BioVollkornBäckerei cibaria aus Münster wird ab Sommer 2020 mit ihrer Backstube und Konditorei im Münsteraner Hafen vor Anker gehen. Hier schreiben Sophia Siemes und Susanne Sparmann immer freitags über das Zukunftsprojekt „Hafenbackstube“. Die Bilder liefert Ralf Emmerich.