Gut verpackt: Tüten und Taschen

In der Alltagssprache heißen sie Brötchentüten oder Kuchenpapier - aber mit so viel gewöhnlichem Vokabular kommt eine auf der Suche nach den Richtlinien für die papierne Verpackung von Brötchen, Brot und Kleingebäck nicht weiter.

"Bedarfsgegenstände mit Lebensmikttelkontakt"
"Bedarfsgegenstände-Verordnung" heißt das 81 Seiten starke Gesetzes-Papier, das umfassend regelt, was in Verpackungen, Spielzeug, Kleidung, Schuhen und anderen so genannten "Bedarfsgegenständen" enthalten sein darf und was nicht.
"Brötchentüten sind Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt", klärt Gudrun Raschka, Fachstellenleiterin Lebensmittelüberwachung am Amt für Veterinär- und Lebensmittelüberwachung in Münster auf.

Für Recycling-Papier gilt ...
Für Bedarfsgegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, gilt grundsätzlich, dass sie verboten sind, wenn aus ihnen gesundheitlich, geruchlich und geschmacklich bedenkliche Stoffe auf Lebensmittel übergehen können. Für recyceltes Material gelten im Übrigen die gleichen gesetzlichen Regelungen, Zusammensetzung und Produktionsreste müssen genau bekannt und kontrolliert sein. Im Recycling-Papier dürfen z.B. keine Reste von Druckfarben enthalten sein.

Lebensmittelechtes Papier

Für die Verpackung von Brötchen und anderen leckeren Sachen aus der Backstube heißt das: Das Papier muss lebensmittelecht sein, bei feuchten und fetten Produkten sollte Seiden- oder Backtrennpapier verwendet werden, damit die Farben auf der Tüte nicht reagieren. Aus Sicht der Lebensmittelüberwachung ist es übrigens egal, ob ein konventioneller oder ein Biobetrieb seine Brötchen eintütet.

Papier und Baumwolle
Für cibaria als ökologisch-biologisch arbeitenden Betrieb ist dagegen auch die besondere Qualität der Tüten und Taschen relevant. Wir verwenden ein ungebleichtes 100% Recycling-Zellulose-Papier, das mit Farben auf Wasserbasis bedruckt wird. Unser Lieferant dafür ist die Firma Gude aus Rheine, die sich auf die Produktion von Lebensmittel-Verpackungen spezialisiert hat. Die Baumwollbeutel beziehen wir von der Firma memo aus dem süddeutschen Greußenheim und bedauern, dass zwar die Baumwolle der cibaria-T-Shirts aus kontrolliert biologischem Anbau stammt, es für die Baumwollbeutel auf dem gesamten deutschen Markt aber keinen Hersteller gibt, der diese in Bio-Qualität produziert.
Zurzeit sind wir auf der Suche nach einem Lieferanten für kompostierbare Plastiktüten auf Stärkebasis. Ein Bedarf, der auf den Märkten entstand. Bei strömendem Regen helfen Ihnen unsere Papiertüten nämlich nicht sehr lange weiter.