Naturlandhof lütke Jüdefeld, Münster

Auf dem Hof lütke Jüdefeld wird seit mehr als 20 Jahren ökologisch-biologisch gewirtschaftet. Josef lütke Jüdefeld ist auch in der Vermarktung konsequent: Regionalität hat Vorrang.

Fast die gesamte Getreideernte landet in der cibaria-Backstube und zwar Dinkel, Roggen und Weizen. Die Sommergerste, die auf dem Naturlandhof seit einigen Jahren angebaut wird, geht an die Pinkus-Brauerei als Braugerste. Für Josef lütke Jüdefeld, der den Hof an der Gasselstiege am Standtrand von Münster 1976 von seinem Vater übernommen hatte, ist eine ökologische und regionale Wirtschaftsweise längst ohne Alternative.

Als er 1987 vom konventionellen auf den Bioanbau umstellte, war das zunächst eine wirtschaftliche Entscheidung. Der kleine Hof mit einer Fläche von damals 20 Hektar stand vor der Entscheidung: „Entweder expandieren oder in die Nische gehen.“ Der Bio-Markt schien aussichtsreich, zumal die Nähe zur City auch direkte Vermarktungsmöglichkeiten bot. „Die Entscheidung war absolut richtig“, sagt Josef lütke Jüdefeld heute. „Das haben wir damals noch nicht gesehen, auch wenn wir nie absolut überzeugte konventionelle Landwirte gewesen sind.“ Einige Zeit nach der Umstellung auf den Bio-Anbau wurde auch der Hofladen von Josef lütke Jüdefelds Schwester Agnes eröffnet. Vor einigen Jahren übergab sie ihn an Klaus Ross.

Überzeugte Biokäuferinnen und -käufer aus Münster erinnern sich noch, dass sie in den Anfangsjahren abends mit einer Kanne zum Hof kommen und frische Milch kaufen konnten. Die Milchwirtschaft hat der Landwirt inzwischen aufgegeben. 40 Hektar groß ist der Hof heute, je zur Hälfte wird die Fläche als Ackerland und als Grünland bewirtschaftet. Im Getreideanbau hat Josef lütke Jüdefeld sukzessive auf alte Sorten umgestellt. Weizen und Gerste vermehrt er bereits selbst, auch bei Dinkel und Roggen sollen bald alte Sorten ausgesät werden. „Das ist für uns ein guter Weg.“

Einmal im Jahr ist auf dem Hof lütke Jüdefeld volles Haus. Dann lädt Familie lütke Jüdefeld zum Hoffest ein. Was als Werbeaktion für die landwirtschaftlichen Produkte und den Laden begann, entwickelt sich Jahr für Jahr zum Publikumsmagneten. 2008 fand auf dem Hof erstmals zugleich das städtische Umweltfest statt. Die Suche nach einem neuen Konzept und einer Alternative zum Veranstaltungsort Rathausinnenhof hat sich bewährt.